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Gedichte von Helmut H. Krüger

Heimat im Norden

Bin ich auf Fehmarn und schau über´n Deich,
dann macht mich der Anblick alleine schon reich. Das Schreien der Möwen, das tosende Meer, die Luft riecht nach Seesalz und riecht
auch nach Teer.

Das Lied dieser Landschaft klingt wie Sturmgebraus, ich schließe meine Augen und fühl mich Zuhaus.

 

Ungleich und Urlaubserinnerungen

Ungleich

Igel hat Stacheln satt -
aber fair - nur zur Wehr.
Beißt ihn Hund, Schnauze wund.

Autorad -Igel platt,
Besser wär`, Igel mehr
Stacheln hat - Reifen platt.

 

Urlaubserinnerungen

Ein paar Krümel Sand von der Ostsee,
blauer Himmel und Möwengeschrei,
hab ich, wenn ich von hier mal fort geh,
in meinem Herzen dabei

Morgens am Hafen

Morgens am Hafen

Die Sonne geht auf und das Leben erwacht
dort unten am Hafen nach ganz kurzer Nacht.
Die Wirtin zieht erstmals alle Rolläden hoch,
und hinten am Herd da gähnt noch der Koch.

Und draußen sind schon alle Tische geputzt,
die so über die Nacht von den Möwen beschmutzt. In der Werft nebenan, wo die Frühschicht begann, da fängt der Rhythmus des Hammerschlags an.

Die Fischkutter tuckern ganz langsam auf See, ein Gast bestellt schon einen Schnaps mit Kaffee, und ein and´rer wagt schon mit der Wirtin ´nen Flirt, worauf gleich der Wirt verdammt böse wird.

Die Sonne steht hoch und der Tag ist nun da,
und alles, was in dem Lied bisher geschah,
geschieht hier tatsächlich auch tagtäglich am Kai - so geht ganz langsam die Frühschicht vorbei.

Der Sonntagsausflug

Der Sonntagsausflug

Sonntags fährt man über Land, Richtung Ostsee an den Strand. Papa, der dort gut bekannt, baut gleich mit geschickter Hand eine Burg aus weißem Sand. Fritz steht schon am Wasserrand, nimmt kurz Maß,
hüpft elegant in die Fluten. Allerhand.
Ist das eisig, gleich erkannt, rennt er raus, schlüpft ins Gewand und ist zu Papa gerannt.
Mama lächelt jetzt charmant, Ilse hat ´nen Sonnenbrand. Kurt schmeißt Flaschen an die Wand, Vater schreit: Der Flaschenpfand, und das sowas sehr riskant. Schon kommt Kurt mit blutiger Hand plärrend zur Mama gerannt.
Heimwärts wird sich nun gewandt,
weil der Schreiber nichts mehr fand.

 

Gedichte von Babette Dieterich

In mir liegt ein Meer

In mir liegt ein Meer,
das ist tief, weit und blau.
Darin schwimmt hin und her
eine Seejungfrau.

In mir liegt ein Meer,
darin spielt ein Delphin.
Mein Freund, so komm` her,
tauche ein, fange ihn.

In mir liegt ein Meer,
darin ruh`n viele Schätz`.
Mein Freund, so komm her,
nimm ein Boot, wirf dein Netz.

In mir liegt ein Meer,
das ist wüst, wild und grau.
Darin singft stolz und hehr
eine Seejungfrau.

In mir liegt ein Meer,
darin kentert dein Boot.
Ein Delphin schwimmt daher
und hilft dir aus der Not.

In mir liegt ein Meer,
darin suchst du ein Land.
Der Delphin führt dich her
an den rettenden Strand.

In mir liegt ein Meer,
das ist fremd, wie das Land.
Doch da komme ich her
und reich` dir meine Hand.

In mir liegten Meer,
und wir schau`n in sein Blau.
Der Delphin tanzt umher
mit der Seejungfrau.

 

Rapsfelder

Wie ein Teppich ausgebreitet
zwischen bunten Sommerwiesen
leuchten satte, gelbe Felder,
an denen sich das Auge weidet.
Schweigend lädt Stille ein, sich von Unrast zu befrei´n.
Der Vögel Zwiegespräch
ist lieblich anzuhören,
noch ist´s der Natur gegeben,
uns Zuversicht zu lehren...

Kontraste

Betörend ist der Duft
der gelben Kaktusblüte,
ein zartes Wunderwerk
auf scharfgezacktem Grün;
nach kurzer Zeit, jedoch,
schließt sich der Kelch -
das Traumgebilde weht dahin...

Pusteblume

Aufgestülpt der dicke Löwenzahnkopf
auf grünem Stengel, milchsaftreich,
gelbe Tupfer auf saftigen Wiesen
wetteifern mit englischem Rasen - Unkraut kann schön sein.

Sommerschnee

Wiegende Baumkronen,
die Wipfel einander zugeneigt,
flirrend die Blätter
im schmeichelden Spiel des Windes...
Weiße Flocken schweben, traumverloren...
Sommerschnee, der sich von Blüten löst
und in die Wolken tanzt gleich zaub´rischen Kobolden...



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