Gedichte von Babette Dieterich

In mir liegt ein Meer
In mir liegt ein Meer,
das ist tief, weit und blau.
Darin schwimmt hin und her
eine Seejungfrau.
In mir liegt ein Meer,
darin spielt ein Delphin.
Mein Freund, so komm` her,
tauche ein, fange ihn.
In mir liegt ein Meer,
darin ruh`n viele Schätz`.
Mein Freund, so komm her,
nimm ein Boot, wirf dein Netz.
In mir liegt ein Meer,
das ist wüst, wild und grau.
Darin singft stolz und hehr
eine Seejungfrau.
In mir liegt ein Meer,
darin kentert dein Boot.
Ein Delphin schwimmt daher
und hilft dir aus der Not.
In mir liegt ein Meer,
darin suchst du ein Land.
Der Delphin führt dich her
an den rettenden Strand.
In mir liegt ein Meer,
das ist fremd, wie das Land.
Doch da komme ich her
und reich` dir meine Hand.
In mir liegten Meer,
und wir schau`n in sein Blau.
Der Delphin tanzt umher
mit der Seejungfrau.
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Rapsfelder
Wie ein Teppich ausgebreitet
zwischen bunten Sommerwiesen
leuchten satte, gelbe Felder,
an denen sich das Auge weidet.
Schweigend lädt Stille ein, sich von Unrast zu befrei´n.
Der Vögel Zwiegespräch
ist lieblich anzuhören,
noch ist´s der Natur gegeben,
uns Zuversicht zu lehren...
Kontraste
Betörend ist der Duft
der gelben Kaktusblüte,
ein zartes Wunderwerk
auf scharfgezacktem Grün;
nach kurzer Zeit, jedoch,
schließt sich der Kelch -
das Traumgebilde weht dahin...
Pusteblume
Aufgestülpt der dicke Löwenzahnkopf
auf grünem Stengel, milchsaftreich,
gelbe Tupfer auf saftigen Wiesen
wetteifern mit englischem Rasen -
Unkraut kann schön sein.
Sommerschnee
Wiegende Baumkronen,
die Wipfel einander zugeneigt,
flirrend die Blätter
im schmeichelden Spiel des Windes...
Weiße Flocken schweben, traumverloren...
Sommerschnee, der sich von Blüten löst
und in die Wolken tanzt gleich zaub´rischen Kobolden...
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