Von Seeräubern und Bischöfen

Nach welchem Peter ist eigentlich Petersdorf benannt? Und wieso heißt Püttsee Püttsee? Schon öfter habe ich mich gefragt, wo die fehmarnschen Ortsnamen herkommen. In Büchern über die Geschichte der Insel habe ich einige Antworten gefunden.

Viele Dörfer tragen die Namen ihrer ehemaligen ritterlichen Eigentümer – Klausdorf zum Beispiel, oder Hinrichsdorf.  Petersdorf soll seinen Namen von Petrus von Kalundborg, einem Lehnsmann des dänischen Königs Waldemar II. bekommen haben. Westermarkelsdorf ist das Dorf des Martin, Wulfen das Dorf des Wolwert oder Wulf. Bei Vitzdorf ist es schon etwas schwieriger – der Name leitet sich von „Davidsthorp“ ab und soll an Tucko Davidsen erinnern. „Todendorf“ hat zum Glück nichts mit dem „Tod“ zu tun, sondern wurde nach einem gewissen „Thode“ benannt. Sonst hätte es auf Plattdeutsch „Dodendorf“ geheißen.

Viele der Ortsnamen auf Fehmarn sind also auf dänische Ritter und Lehnsmänner zurückzuführen. Besonders gut lässt sich die dänische Vergangenheit der Insel natürlich an dem Namen „Dänschendorf“ ablesen. „Bisdorf“ ist das Bischofsdorf – benannt nach dem Bischof von Fünen.

Einige wenige Ortsnamen auf Fehmarn sind wendischen Ursprungs. „Puttgarden“ soll sich wohl von „pod-gorod“ (unter oder an der Burg) ableiten und sich auf eine Festung beziehen, die es heute aber nicht mehr gibt. Der Name „Püttsee“ leitet sich von „podsuf“ (Unterschlupf, Versteck) ab. Püttsee – ein Seeräuberschlupfwinkel!

Schließlich bedeutet der Inselname „Fehmarn“ „im Meere liegend“ (slawisch „ve morje“) – na klar, „im meer mittendrin!“ eben. 😉

Blick hinter die Kulissen des FehMare

Wenn wir zurzeit im Meerwasser schwimmen wollen, geht es am besten ins FehMare. Die Ostsee ist ja gerade 5 Grad kalt, da sind die 28 Grad im Meerwasserwellenbecken schon sehr viel einladender, oder? Doch wo kommt das Meerwasser eigentlich her? Das wollte ich mal genauer wissen. Der Geschäftsführer des FehMare, Stephan Pospischil, hat sich letzte Woche Zeit für mich und meine Fragen genommen und mit mir einen Rundgang durch das Schwimmbad und die Wellnesswelt gemacht.

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Unser „Kleiderbügel“: Symbol für Fern- und Heimweh zugleich

Bei meinem ersten Fehmarn-Besuch als 12-jähriger im Jahre 1961 gab es dort, wo heute unser „Kleiderbügel“ steht, drei riesige Baustellen. Der Zugang zur Insel Fehmarn war damals nur über den Anleger Großenbroderfähre mit anschließender Fähr-Überfahrt durch den Fehmarnsund möglich. Es gab je eine Baustelle auf Festland- und Inselseite sowie eine dritte mitten im Fehmarnsund. Für mich als Kind sah diese aus wie ein riesiger Ölbohrturm mitten im Wasser. Im dritten Urlaubsjahr konnte ich dann endlich über die Brücke auf die Insel fahren – was für ein aufregendes Gefühl!weiterlesen…

Fehmarnsche Pfeffernüsse – „Spielgeld“ und weihnachtliche Spezialität

Wenn es draußen kälter wird und Weihnachten immer näher rückt, wächst wieder die Lust aufs Plätzchenbacken. Dann ist auch genau die richtige Zeit, die kleinen, weißen Pfeffernüsse zu backen. Annekatrin Detlef, Fehmaranerin und Autorin des Kochbuches „Eine Prise Ostseeluft im Küchenduft“, hat mir das Rezept verraten – vielen Dank dafür! Die Pfeffernüsse schmecken nicht nur gut (ich habe mich selbst überzeugt!), sondern eignen sich auch hervorragend zum Spielen, zum Beispiel als Spielgeld beim Pochspiel oder beim „Tickern“ (wie das geht, wird weiter unten verraten).

Früher wurden die Pfeffernüsse übrigens milchkannenweise gebacken und auch gern beim „Rummelpottlaufen“ an die Kinder verteilt. Hierbei gingen die Kinder am Silvesterabend geschminkt und verkleidet in Gruppen von Tür zu Tür und sangen Lieder oder sagten Reime auf.

Ticker, ein Spiel aus Ururgroßmutters Zeit
Viele kleine Pfeffernüsse werden auf dem Tisch verteilt. Ein Kind verlässt den Raum, ein anderes „tickt“ auf eine Pfeffernuss. Das Kind darf nun wieder hereinkommen und darf solange suchen und die Pfeffernüsse behalten, bis die „betickte“ Pfeffernuss gefunden ist. Die anderen Kinder dürfen mit den Hinweisen „heiß“ und „kalt“ helfen.  Wenn das Kind die Pfeffernuss gefunden hat, ist das nächste an der Reihe.

Kleine, weiße Pfeffernüsse
Zutaten:
250g Butter
65g Schmalz
250g Zucker
1 Ei
100g gemahlene Mandeln
750g Mehl
1/2 Tasse Milch
abgeriebene Schale von einer Zitrone
1 Msp. Kardamom
15g Hirschhornsalz, mit etwas Wasser aufgelöst

Zubereitung:
Die Zutaten zu einem Mürbeteig verarbeiten und einige Stunden, am besten über Nacht, im Kühlschrank ruhen lassen. Den Teig portionsweise aus dem Kühlschrank nehmen und Rollen von 2 cm Durchmesser formen und 1/2 cm dicke Scheiben abschneiden. Die Pfeffernüsse etwa 10 Minuten bei 170 Grad Ober-/Unterhitze backen.

Noch ein Tipp für alle, die die (Vor-)Weihnachtszeit auf Fehmarn verbringen wollen: Vom 27. November bis zum 30. Dezember finden auf Fehmarn die ersten Burger Weihnachtswochen statt. Der Weihnachtsmarkt auf dem Burger Marktplatz hat täglich von 12 bis 21 Uhr geöffnet, freitags und samstags bis 22 Uhr. Am Heiligabend bleibt er geschlossen.

Herbstzeit auf Fehmarn

Marienkäfer auf einem welken Blatt

Wenn auf Fehmarn so langsam der Herbst einkehrt, geht alles ein bisschen gemächlicher zu. Der Trubel der Hauptsaison ist vorbei – jetzt kann man die Weite, die Ruhe und die Natur genießen. Hier und da sieht man Menschen, die auf den noch nicht winterfest gemachten Feldern oder am Strand ihre Drachen in den Himmel steigen lassen. Strandspaziergänger lassen sich vom Wind durchpusten und genießen den besonderen Zauber dieser Jahreszeit.

Nebelschwaden am Boden und mitten in der Luft, sich auftürmende Wolken und die vom Wind aufgewühlte Ostsee erzeugen wunderschöne Eindrücke. Manchmal sind es auch die kleinen Details, an denen der Blick hängenbleibt: herbstliches Laub in leuchtenden Farben, ein paar Hagebutten an einem kahlen Ast oder ein kleiner Marienkäfer auf einem Blatt. Es lohnt sich genau hinzuschauen, denn auch im Herbst ist Fehmarn wunderschön. Klickt euch durch die Fotogalerie oben und ihr wisst, was ich meine. Dieses Mal möchte ich einfach die Bilder sprechen lassen 🙂

Von Lakritzsteinen, Hühnergöttern und versteinerten Blitzen

Was ist eigentlich ein Hühnergott? Das kann die diplomierte Geografin Beate Burow beantworten, die an Fehmarns Stränden geologische Wanderungen anbietet. Kurz gesagt sind Hühnergötter Steine mit einem natürlich entstandenen Loch in der Mitte. Sie zählen zu den LiebliDSCR-02037ngs-Sammel-Objekten auf der Insel. Zur Herkunft ihres merkwürdigen Namens gibt es mehrere Geschichten. Fest steht, dass man die Steine früher in den Hühnerstall gehängt hat, um die Hühner zu beschützen. Tatsächlich ist es möglich, dass das Klappern der Steine die Füchse vertrieben hat. Eine andere Geschichte besagt, dass die Hühner den Kalk von den Steinen gepickt haben und so die Eierschale härter wurde.weiterlesen…

Kröpel – eine echte Fehmarn-Spezialität

Dieser Tage ist der Spätsommer auf Fehmarn eingekehrt, Stoppelfelder bestimmen die Landschaft, überall liegt der Geruch von frischem Stroh in der Luft. Heißt, auch die Weizenernte ist eingefahren. Und diese ist hier untrennbar verbunden mit einer echten kulinarischen Insel-Spezialität. Traditionell gab es für die Erntehelfer auf den Feldern zur Stärkung Kröpel. Das sind runde, süße Hefekugeln, die in Fett gebacken und anschließend in Zucker gewendet werden. Bei der harten Arbeit an der frischen Luft kann man reichlich Appetit entwickeln – für entsprechend große Mengen sind die früheren Rezepte ausgelegt.

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Sonnenuntergänge auf Fehmarn – die schönsten Orte zum Fotografieren

Sonnenuntergänge auf Fehmarn sind immer wieder zauberhaft und aufgrund der Jahreszeiten und unterschiedlichen Blickwinkel von Mal zu Mal anders. Ich bin schon seit Jahren mit meiner Kamera auf der Insel unterwegs und immer noch fasziniert von der Schönheit dieser Augenblicke. Man kann gar nicht anders, als unzählige Male auf den Auslöser zu drücken. Die eindrucksvollsten Sonnenuntergänge spielen sich im Westen der Insel ab – aber wo genau geht man am besten hin?

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Tipps für schöne Picknickplätze auf Fehmarn

Frische Luft macht bekanntlich Appetit – was gibt es also Schöneres, als ein Picknick im Grünen? Anlässlich des ersten ostsee* Strandfrühstücks am 6. Juli 2014 habe ich mir mal ein paar Gedanken gemacht, welche Orte auf Fehmarn sich für eine genüssliche Auszeit im Freien am besten eignen.

Feldsofas an der Steilküste im Osten Fehmarns
Es ist ein herrliches Gefühl, sich nach einer ausgiebigen Radtour auf einem der Feldsofas entspannt zurückzulehnen und die wunderbare Aussicht über die Steilküste zu genießen! Von den Feldsofas aus hat man übrigens einen Rundumblick, sie lassen sich nämlich um 360 Grad drehen.

Romantisches Picknick am Strand bei Püttsee
Der Naturstrand bei Püttsee mit seinen idyllischen Dünen befindet sich fernab vom Trubel. Hier kann man in aller Ruhe die Sonne und das Meeresrauschen genießen. Wer ein romantisches Plätzchen für ein Picknick zu zweit sucht, ist hier genau richtig. Mit ein bisschen Glück erlebt man auch noch einen der traumhaften Sonnenuntergänge über der Ostsee.

Familienpicknick mit Spielmöglichkeiten
Ein perfektes Plätzchen für eine Pause mit der ganzen Familie ist die Picknickbank in den Dünen am Südstrand, die sich etwa auf Höhe des Sahrensdorfer Binnensees befindet. Hier gibt es nicht nur einen traumhaften Sandstrand zum Burgen Bauen, sondern auch einen Spielplatz direkt nebenan, so dass sich die Kleinen richtig austoben können.

Blick auf zwei Wahrzeichen zugleich
Einen ganz besonderen Ausblick hat man auf der Bank – aus Fehmarn-Perspektive rechts – neben der Fehmarnsundbrücke. Blickt man nach rechts, schaut man auf den Leuchtturm Strukkamphuk, blickt man nach links, sieht man die Brücke, das bekannteste Wahrzeichen Fehmarns.

Kennen Sie/kennt ihr auch noch schöne Orte auf Fehmarn, die sich gut für ein Picknick eignen?

Auf den Spuren Ernst Ludwig Kirchners

 

Die Wasseroberfläche glitzert in der Sonne, das dunkelblaue Meer hebt sich vom hellblauen, wolkenfreien Himmel ab. Hier und dort sitzt eine Möwe auf einem der großen Findlinge, die entlang der südöstlichen Spitze von Fehmarn die Küste säumen. Die leichte Brise lässt nur erahnen, welche Naturgewalten die Steilküste geformt haben müssen, die hinter dem steinigen Strand in den Himmel ragt.

Die Schönheit der Küste rund um den Leuchtturm Staberhuk fasziniert nicht nur heutige Urlauber, sondern hat auch schon vor 100 Jahren den berühmten Maler Ernst Ludwig Kirchner berührt. Zeitweise lebte der Künstler sogar im Haus des Leuchtturmwärters Lüthmann und seiner Familie. „Fehmarn ist mein irdisches Paradies, mit wundervoller Küstenbildung, manchmal von Südseereichtum“, schwärmte er, als er 1908 zum ersten Mal auf die Insel gekommen war. Vier Sommer verbrachte der Expressionist und Mitbegründer der Künstlergruppe „Die Brücke“ auf Fehmarn und erlebte hier die „letzte Einheit von Mensch und Natur“. Ähnlich wie viele Gäste fand er in der Ruhe und Natur der Insel einen erholsamen Gegenpol zum hektischen, pulsierenden Leben in der Großstadt.

„Ocker, blau, grün sind die Farben von Fehmarn“, schrieb Kirchner. Wer sich heute bei einem Spaziergang oder einer Radtour die Zeit nimmt, die Landschaft in Ruhe zu betrachten, der versteht diese Aussage. Eine gute Gelegenheit, sich auf die Spuren des berühmten Malers zu begeben, ist die Gedenkwoche vom 29. Juni bis zum 6. Juli 2014, die an Kirchners Abreise vor 100 Jahren erinnert. Besondere Höhepunkte der Woche sind die Führungen zu den Wirkstätten Kirchners – zu Fuß, per Kutter und per Fahrrad. Am gleichen Ort wie der berühmte Maler zu stehen, die gleichen Motive vor Augen – das ist schon etwas ganz besonderes.

Weitere Informationen über die Ernst Ludwig Kirchner Gedenkwoche, zu genauen Veranstaltungsdaten und über den Ernst Ludwig Kirchner Verein gibt es unter www.kirchnervereinfehmarn.de.