Strandaufspülung – Neuer Sand zum Schutz der Küste

Strandaufspülung am Südstrand

Was passiert da gerade am Südstrand in Burgtiefe? Neuer Sand wird mit Schiffen und langen Rohrleitungen aufgespült und mit schwerem Gerät verteilt. Aber warum eigentlich? Und wie wird das gemacht? Nachdem mich viele Fragen dazu erreicht haben, habe ich mal nachgefragt.

Fast ein Jahr ist es nun schon her, als das Sturmtief Axel Anfang Januar 2017 über Fehmarn hinweg zog. Nicht nur der Sturm, sondern auch die dadurch ausgelöste Sturmflut mit extrem hohem Wasserstand, haben dafür gesorgt, dass an den Stränden Fehmarns und vor allem am Südstrand sehr viel Sand abgetragen wurde.

Dies hat auch große Auswirkungen auf den Küstenschutz. Denn durch den deutlich flacher gewordenen Strand könnten die Dünen bei dem nächsten Sturm angegriffen werden. Deshalb wird die Strandaufspülung auch vom Land Schleswig-Holstein aus dem Sonderfonds für Sturmflutschäden gefördert. Rund 26.000 Kubikmeter Sand werden am Südstrand aufgespült. Dies sei „nur ein Hauch von Sand“, verglichen mit den Mengen an Sand, die jährlich an einigen Orten der Nordsee aufgespült werden, wie mir das zuständige Ingenieurbüro erzählte. Der Strand wird hinterher etwa 40-50 cm höher liegen. Auf Fehmarn ist dies übrigens die erste Strandaufspülung seit 1980!

Aber wie funktioniert das eigentlich? Wer in den letzten Tagen mal am Südstrand war, hat sicherlich schon die vielen Baumaschinen, langen Rohre, großen Sandberge und die Schiffe am Horizont gesehen. Tatsächlich kommt der Sand aber von der anderen Seite der Insel. Vor Rødby wird mithilfe eines sogenannten Hopperbaggers, eines Saugbaggerschiffs, Sand vom Meeresboden entnommen und anschließend im Schiffsrumpf in Richtung Südstrand transportiert. Über eine 1,5 km lange Rohrleitung, die Dükerleitung, wird der Sand dann zusammen mit Wasser zum Strand gepumpt. Dort wurde ein kleiner Wall errichtet, damit der Sand nicht direkt wieder ins Meer zurückfließt, sondern sich absetzen kann. Um das geplante Strandprofil zu erhalten, schieben Planierraupen den Sand dann GPS-gesteuert an Ort und Stelle. Damit beim nächsten Sturm nicht gleich wieder der ganze Sand weggespült wird, werden noch einige Sanddepots aufgehäuft, die dann erst später verteilt werden. So können wir uns auf eine schöne Badesaison 2018 freuen!

Falls ihr es euch vor Ort einmal anschauen möchtet, beachtet bitte die Hinweisschilder und Betretungsverbote. Denn durch das frisch aufgespülte, weiche Wasser-Sand-Gemisch kann Lebensgefahr bestehen.

4 Kommentare

  1. Jens     

    Es ist ja schön und gut das dort am Südstrand jetzt mal was geschieht, aber es gibt auf Fehmarn genügend andere Strände wo es mit dem Sand nicht besser aussieht. Dort wird nichts unternommen. Das ganze wird dann unter den Deckmantel der Naturstrände gestellt. Ziemlich traurig, besonders wenn man z.B. Meeschendorf nimmt. Dort werden mittlerweile auch Parkgebühren verlangt und der Strand wird immer weniger.
    Im März diesen Jahres habe ich nicht schlecht gestaunt. Ich war am Strand nahe eines Campingplatztes. Dort wurde Strandsand der durch die Sturmflut auf das Gelände des Campingplatztes gespühlt wurde abgefahren. Also habe ich das Gespräch mit den Bauarbeitern gesucht, welche mir erklärten das der Sand nicht zurück auf den Strand oder die Düne geschoben werden darf. Das verbietet der Naturschutz. Dies war für mich absolut nicht verständlich.

    Schöne Badesaison am übervollen Südstrand.

    • Sina Schweyer     

      Ja, es stimmt, dass leider auch andere Strände unter der Sturmflut gelitten haben.
      Allerdings wäre eine Strandverbreiterung, wie es in Meeschendorf erfolgen müsste, sehr viel zeitaufwendiger als eine Erhöhung, wie am Südstrand. Aber natürlich sehen wir die Notwendigkeit, dass in Meeschendorf dringend etwas getan werden muss. Daher werden im kommenden Frühjahr dort auch Ausbesserungsarbeiten erfolgen.
      Ihr Tourismus-Service Fehmarn

  2. Bauer Höper     

    Ich muss auch sagen, dass das Problem, das Jens anspricht, nicht besser geworden ist. Der Südstrand wird jedes Jahr immer voller, sodass man als Fehmaraner gar keiner Spaß mehr hat dort baden zu gehen. Und die anderen Strände werden leider immer steiniger. Warum wird sich darum nicht gekümmert? In Meeschendorf ist meines Wissens nach bis heute nichts passiert.

    • Ich habe mich dazu mal direkt bei dem Tourismusdirektor Herrn Behncke erkundigt. „Beim Südstrand ging es im Zuge der Strandaufspülung nicht um eine Verbreiterung des Strandes, sondern darum, nach mehreren Sturmfluten das Strandniveau unter Beibehaltung der aktuellen Uferlinie zu erhöhen. Hierfür wurden dort 24.000 cbm aufgespült. Dieses Verfahren war recht unkompliziert. Für Meeschendorf werden wir der Kommunalpolitik für 2019 empfehlen, einem Sandaufspülungsverfahren inkl. Veränderung der Ufer/Küstenlinie mit entsprechenden Planungskosten zuzustimmen. Ob dieses Verfahren in Verbindung mit einem Buhnenkonzept Fehmarn gesehen werden muss, welches kurzfristig erarbeitet werden soll, kann abschließend noch nicht beurteilt werden. Grundsätzlich wird dieses Genehmigungsverfahren jedoch erfahrungsgemäß länger dauern als das am Südstrand, da in Meeschendorf dann auch der Unterwasserstrandbereich mit naturschutzrechtlich sensiblen Flächen tangiert wird. Wir bitten also um etwas Geduld, werden aber weiterhin bei entsprechenden Schäden diese im Rahmen unserer Möglichkeiten ausbessern,“ so Herr Behncke.

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