Von Seeräubern und Bischöfen

Nach welchem Peter ist eigentlich Petersdorf benannt? Und wieso heißt Püttsee Püttsee? Schon öfter habe ich mich gefragt, wo die fehmarnschen Ortsnamen herkommen. In Büchern über die Geschichte der Insel habe ich einige Antworten gefunden.

Viele Dörfer tragen die Namen ihrer ehemaligen ritterlichen Eigentümer – Klausdorf zum Beispiel, oder Hinrichsdorf.  Petersdorf soll seinen Namen von Petrus von Kalundborg, einem Lehnsmann des dänischen Königs Waldemar II. bekommen haben. Westermarkelsdorf ist das Dorf des Martin, Wulfen das Dorf des Wolwert oder Wulf. Bei Vitzdorf ist es schon etwas schwieriger – der Name leitet sich von „Davidsthorp“ ab und soll an Tucko Davidsen erinnern. „Todendorf“ hat zum Glück nichts mit dem „Tod“ zu tun, sondern wurde nach einem gewissen „Thode“ benannt. Sonst hätte es auf Plattdeutsch „Dodendorf“ geheißen.

Viele der Ortsnamen auf Fehmarn sind also auf dänische Ritter und Lehnsmänner zurückzuführen. Besonders gut lässt sich die dänische Vergangenheit der Insel natürlich an dem Namen „Dänschendorf“ ablesen. „Bisdorf“ ist das Bischofsdorf – benannt nach dem Bischof von Fünen.

Einige wenige Ortsnamen auf Fehmarn sind wendischen Ursprungs. „Puttgarden“ soll sich wohl von „pod-gorod“ (unter oder an der Burg) ableiten und sich auf eine Festung beziehen, die es heute aber nicht mehr gibt. Der Name „Püttsee“ leitet sich von „podsuf“ (Unterschlupf, Versteck) ab. Püttsee – ein Seeräuberschlupfwinkel!

Schließlich bedeutet der Inselname „Fehmarn“ „im Meere liegend“ (slawisch „ve morje“) – na klar, „im meer mittendrin!“ eben. 😉