Eric Beck
Eric Beck
Jule
August 2026

Kitesurfen lernen auf Fehmarn: Dein erster Kitekurs auf der Ostseeinsel

Bereit für euren ersten Kitekurs? Das erwartet euch auf Fehmarn

Ich weiß noch genau, wie aufgeregt ich vor meinem ersten Kitekurs war. Dabei schwirrten mir so einige Fragen durch den Kopf: Schaffe ich das überhaupt? Wie anstrengend ist Kitesurfen? Und stehe ich am Ende des Kurses wirklich auf dem Board? Heute muss ich über viele dieser Gedanken schmunzeln. Denn genau hier auf Fehmarn habe ich damals die ersten Meter auf dem Wasser zurückgelegt – und seitdem hat mich dieser Sport nicht mehr losgelassen. 

Mit Fehmarn für meinen ersten Kitekurs habe ich damals eine richtig gute Wahl getroffen. Die Insel bietet ideale Bedingungen für Einsteiger – von weitläufigen Flachwasserrevieren über erfahrene Kiteschulen bis hin zu einer großen Auswahl an Spots für nahezu jede Windrichtung. Genau das macht den Einstieg so angenehm und sorgt dafür, dass ihr euch ganz auf das konzentrieren könnt, worum es eigentlich geht: den Spaß am Kitesurfen. 

In diesem Artikel nehme ich euch mit in einen typischen Kitekurs auf Fehmarn. Ich zeige euch, warum die Insel perfekt für eure ersten Versuche geeignet ist, stelle euch die Kiteschulen kurz vor und verrate, was euch an den einzelnen Kurstagen erwartet. Außerdem gibt es ein paar Tipps aus eigener Erfahrung – und natürlich die Antwort auf die Frage, die sich wohl jeder vor dem ersten Kurs stellt: Wie schnell fährt man eigentlich die ersten Meter auf dem Board?

Warum Fehmarn der perfekte Ort ist, um Kiten zu lernen

Es gibt viele schöne Orte zum Kitesurfen – aber nur wenige, die Anfängern so gute Voraussetzungen bieten wie Fehmarn. Genau deshalb ist die Insel seit vielen Jahren ein sehr beliebtes Revier für Kitesurfer aus ganz Deutschland. 

Der größte Vorteil: Fehmarn bietet für nahezu jede Windrichtung den passenden Spot. Während man an vielen anderen Orten vom Wind abhängig ist und im schlimmsten Fall gar nicht aufs Wasser kann, fährt man auf Fehmarn einfach an einen anderen Spot . Durch die kurzen Wege über die Insel dauert das oft nur wenige Minuten. 

Besonders zum Lernen sind die großen Flachwasserreviere ein echter Pluspunkt. Spots wie Gold, Orth oder der Wulfener Hals bieten viel Platz, stehtiefes Wasser und meist ruhige Bedingungen. Das gibt Sicherheit, erleichtert die ersten Wasserstarts und nimmt vielen Anfängern die Angst vor dem tiefen Wasser. 

Ein weiterer Grund, warum ich Fehmarn immer wieder empfehlen würde, ist die Vielzahl erfahrener Kiteschulen. Die Lehrer kennen die Reviere in- und auswendig und wissen genau, worauf es gerade bei den ersten Stunden auf dem Wasser ankommt. Je nach Standort profitieren die Schulen von unterschiedlichen Revieren – von großen Flachwasserbereichen bis hin zu weitläufigen Übungsflächen. So findet jeder die Bedingungen, die am besten zu den eigenen Bedürfnissen und dem aktuellen Wind passen. Was mir damals besonders geholfen hat, war genau diese Flexibilität. Wenn der Wind an einem Spot nicht optimal war, sind wir einfach gemeinsam an einen anderen gefahren. Das hat mir unglaublich viel Sicherheit gegeben, weil ich wusste, dass die Bedingungen immer möglichst anfängerfreundlich gewählt werden. Rückblickend kann ich sagen: Einen besseren Ort für meinen ersten Kitekurs hätte ich mir kaum wünschen können.

Welche Kiteschulen gibt es auf Fehmarn?

Genau diese Vielfalt an Kiteschulen macht die Auswahl allerdings nicht immer ganz leicht. Deshalb habe ich euch die verschiedenen Schulen auf Fehmarn einmal übersichtlich zusammengestellt – mit ihren jeweiligen Standorten. So könnt ihr schnell schauen, welche Schulen es gibt und welche vielleicht ganz in eurer Nähe liegt.

Kiteschule

Standort

Wassersport CharchullaBurgtiefe / Südstrand
Gold Kiteacademy  Gold
KiteBoarding FehmarnGold
Boardflash Lemkenhafen
Primesurf Gollendorf
AdventurekiteWallnau
KitesplashWallnau
Kite PassionPuttgarden
KitemonkeyFehmarnsund
Kiteunity Burg                   
Kitesurfenlernen Gollendorf
Kitesurf PiratenLemkenhafen
Kitebro Katharinenhof
Kitecoach Petersdorf
Windsurfing WulfenWulfen

Einige Schulen unterrichten nicht ausschließlich an einem festen Spot, sondern fahren – je nach Windrichtung – dorthin, wo die Bedingungen am besten sind. Dazu gehören beispielsweise:

  • Kiteunity
  • Kitemonkey
  • Kitesurf Piraten
  • Kitecoach

Wie läuft ein Kitekurs eigentlich ab?

Für viele ist genau das die große Frage vor dem ersten Kitekurs: Was genau kommt eigentlich auf mich zu? Und wann schafft man es endlich aufs Board? Natürlich läuft jeder Kurs ein bisschen anders ab und auch das Wetter spielt beim Kitesurfen eine Rolle. Trotzdem gibt es einen typischen Ablauf, an dem ihr euch ungefähr orientieren könnt. 

Am ersten Tag geht es noch gar nicht darum, die ersten Meter übers Wasser zu fahren. Zunächst lernt man die Grundlagen kennen: Wie funktioniert ein Kite überhaupt? Woher kommt der Wind und wie beeinflusst er den Schirm? Welche Leinen sind wofür da und wie lenkt man den Kite? Auch das Thema Sicherheit nimmt einen wichtigen Platz ein. Ihr lernt, wie ihr den Kite kontrolliert, was ihr in verschiedenen Situationen beachten müsst und wie man sich richtig verhält. Vorfahrtsregeln auf dem Wasser gibt es nämlich auch. Wenn die Theorie sitzt, geht es an den praktischen Teil. Zur Flugschulung geht es ins stehtiefe Wasser. Mit ausreichend Abstand zu anderen und einem Lehrer an der Seite versucht man die ersten Lenkbewegungen am Kite. So bekommt man ein erstes Gefühl dafür, wie sich der Kite am Himmel verhält und welche Kräfte er entwickeln kann. 
Nach ein bisschen Übung wird es spannend. Wenn ihr den Kite inzwischen gut kontrollieren könnt, wird es etwas nasser. Es folgt der Bodydrag, bei dem ihr euch zunächst ohne Board vom Kite durchs Wasser ziehen lasst. Dies ist eine wichtige Grundlage: Ihr lernt dabei, den Kite auch beim ‚Fahren‘ durchs Wasser zu kontrollieren und euch gezielt in eine bestimmte Richtung ziehen zu lassen. Je besser man den Bodydrag beherrscht, desto einfacher ist es später beim Kiten zu seinem Board zu gelangen, wenn man dieses zwischendurch verliert.

Und dann kommt der Moment, auf den wahrscheinlich alle gewartet haben: der Wasserstart. Das Board kommt dazu, ihr positioniert euch, bringt den Kite in die richtige Stellung – und versucht, die Kraft des Kites so zu nutzen, dass er euch aufs Board zieht. Die ersten Versuche sehen dabei nicht immer elegant aus. Mal rutscht das Board weg, mal steht der Kite falsch oder man liegt schneller wieder im Wasser, als einem lieb ist. Aber genau das gehört dazu. Und dann klappt es plötzlich: Ihr steht auf dem Board und fahrt die ersten Meter. Dieser Moment bleibt definitiv im Kopf.

Und wie geht es danach weiter?

Wie schnell ihr Fortschritte macht, ist ganz unterschiedlich. Manche stehen bereits am zweiten Kurstag zum ersten Mal auf dem Board, andere brauchen dafür etwas länger. Nach den ersten erfolgreichen Wasserstarts geht es darum, die Strecken etwas auszuweiten, die Richtung besser zu kontrollieren und irgendwann auch Höhe zu halten bzw. wiederzugewinnen. Je nach Kursdauer und persönlichem Fortschritt können auch weitere Schritte dazukommen – beispielsweise das selbstständige Starten und Landen des Kites oder das sichere Fahren in beide Richtungen. Wichtig ist dabei: Es gibt kein „zu langsam“. Jeder lernt unterschiedlich schnell. Manche stehen schon am zweiten Tag auf dem Board, andere brauchen ein paar Versuche mehr. Das ist völlig normal und sollte euch überhaupt nicht unter Druck setzen. Gerade beim Kitesurfen passiert unglaublich viel auf einmal – und irgendwann macht es plötzlich Klick. Ich erinnere mich selbst noch gut an meine ersten Versuche. Heute erscheint mir vieles davon selbstverständlich, aber damals musste ich wirklich über jede einzelne Bewegung nachdenken. Umso schöner ist es, wenn man irgendwann nicht mehr darüber nachdenkt, sondern einfach fährt – und plötzlich dieses ganz besondere Gefühl hat, vom Wind übers Wasser gezogen zu werden.

Wie lange dauert es, bis ich kiten kann?

Das ist wahrscheinlich die Frage, die sich fast jeder vor dem ersten Kitekurs stellt: Wann kann ich endlich selbstständig übers Wasser fahren? Eine genaue Antwort gibt es darauf natürlich nicht, denn beim Kitesurfen spielen Erfahrung, körperliche Voraussetzungen, Windbedingungen und vor allem die eigene Lerngeschwindigkeit eine Rolle. 

In einem Einsteigerkurs lernt ihr normalerweise die wichtigsten Grundlagen und könnt – wenn die Bedingungen mitspielen – bereits erste Meter auf dem Board zurücklegen. Damit daraus aber wirklich sicheres und selbstständiges Kitesurfen wird, braucht es noch etwas Übung. Nach dem Kurs ist also nicht unbedingt Schluss, sondern eigentlich erst der Anfang. 

Ich finde genau das macht den Reiz des Kitesurfens aus. Man lernt nicht alles an einem Wochenende und wird auch nach dem ersten Kurs nicht plötzlich zum Profi. Dafür merkt man fast bei jeder Session, dass wieder etwas besser funktioniert als beim letzten Mal. Irgendwann werden aus ein paar wackeligen Metern längere Fahrten, aus einem geglückten Wasserstart eine sichere Routine – und irgendwann fährt man einfach los, ohne über jeden einzelnen Handgriff nachzudenken.

Mein persönlicher Tipp: Vergleicht euch nicht!

Das ist wahrscheinlich einer der wichtigsten Tipps, den ich Anfängern mitgeben würde: Vergleicht euch nicht mit den anderen aus eurem Kurs. Es wird fast immer jemanden geben, der schneller den Wasserstart schafft, länger fährt oder scheinbar alles sofort versteht. Und genauso wird es jemanden geben, der etwas mehr Zeit braucht. 
Das ist beim Kitesurfen völlig normal. Jeder bringt andere Voraussetzungen mit und jeder hat seine eigenen kleinen Erfolgsmomente. Ich erinnere mich heute noch an meinen ersten Wasserstart – nicht daran, wie viele Versuche vorher schiefgegangen sind. 

Deshalb: Freut euch über die kleinen Fortschritte und nehmt euch den Druck, möglichst schnell „gut“ sein zu müssen. Wenn der Kite euch das erste Mal richtig zieht, ihr auf dem Board steht und tatsächlich ein paar Meter fahrt, werdet ihr merken, warum sich die ganzen Versuche gelohnt haben.

Fazit – vielleicht sehen wir uns bald auf dem Wasser

Nach meinen eigenen ersten Kitekurs auf Fehmarn war noch längst nicht klar, dass aus ein paar ersten Versuchen einmal so eine große Leidenschaft werden würde. Genau deshalb kann ich jedem, der gerade überlegt, Kitesurfen auszuprobieren, nur empfehlen: Macht es einfach. Ihr müsst vorher weder besonders sportlich sein noch schon Erfahrung mitbringen. Ein bisschen Respekt vor dem Kite ist völlig normal – und gehört meiner Meinung nach sogar dazu. Fehmarn bietet dafür wirklich schöne Voraussetzungen. Die unterschiedlichen Reviere, die vielen Kiteschulen und die kurzen Wege auf der Insel machen es leicht, die ersten Meter auf dem Wasser zu wagen. Und auch wenn beim ersten Kurs vielleicht noch nicht alles klappt, wie ihr es euch vorgestellt habt: Der erste Wasserstart kommt schneller, als man denkt. Für mich gibt es kaum ein schöneres Gefühl, als sich vom Kite über die Ostsee ziehen zu lassen, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen und den Kopf frei zu bekommen. Vielleicht steht ihr schon bald selbst auf dem Board und erlebt diesen besonderen Moment, in dem aus dem ersten Versuch plötzlich ein echtes Fahrgefühl wird. Und wer weiß – vielleicht ist euer erster Kitekurs auf Fehmarn ja nicht nur der Einstieg in den Sport, sondern der Beginn einer Leidenschaft, die euch noch lange begleitet.

Eure Jule