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Martina Lindner
DebbieInselkennerin
Juli 2025

Ein Besuch auf dem Weinfest Fehmarn

Vom 24. bis zum 27. Juli treffen sich Feriengäste sowie Insulanerinnen und Insulaner gleichermaßen auf dem Marktplatz in Burg, um das viertägige Weinfest zum 26. Mal zu feiern. Ich bin immer wieder positiv überrascht über die Vielfalt der Weine, Seccos und Obstbrände, die es auf dem Burger Marktplatz gibt. Da mich Wein in all seinen Facetten immer wieder fasziniert, möchte ich euch die Besonderheiten des Weinfests und meine Erlebnisse aus den vergangenen Jahren erzählen.

Weinverköstigung in gemütlicher Atmosphäre

In geselliger Atmosphäre mit Freunden, Bekannten und Fremden, umgeben von einer historischen Kulisse und mit musikalischer Untermalung in den Abendstunden, ist das Weinfest jedes Jahr aufs Neue ein echtes Highlight in Fehmarns Veranstaltungskalender. Frau Scherner-Bog vom Weingut Rodensteiner hat die Stimmung sehr treffend beschrieben: „Unter den Winzern sind echte Freundschaften gewachsen, und viele Erinnerungen an Fehmarn sind einfach unvergesslich geworden.“

Sowohl Rodensteiner, ein Familienbetrieb in der achten Generation, als auch Weingut Diel sind seit dem ersten Weinfest im Jahre 2000 dabei. Beide Winzer erinnern sich noch genau an die Ereignisse vom 22. Juli 2000. Es gab einen Megastromausfall, der die gesamte Insel für zehn Stunden lahmlegte – ausgerechnet an einem Samstagabend. Es herrschte Ausnahmezustand. Die Lichter, Kühlung, Öfen, das Telefon und das Radio fielen aus. Ein Zeitzeuge schilderte mir neulich das Geschehen von damals, wie folgt: „Das Winzerfest auf dem Burger Marktplatz wurde still und in hundertfachem Kerzenschein ausgesprochen gemütlich.” Seitdem zieht sich diese Gemütlichkeit wie ein roter Faden durch das Weinfest.

Verschiedene deutsche Weinregionen sind vertreten

Die Mehrheit der neun Winzer, die dieses Jahr auf dem Weinfest ausschenkt, stammt aus Rheinhessen. Als „Land der 1000 Hügel“ bekannt, kennt jeder die dort beheimateten Rebsorten, wie Silvaner, Rivaner, Spätburgunder und Riesling. Melanie Pfennig vom Weingut Pfennig ist eine große Liebhaberin von Cuvées. Ihr Weißwein „Meine Liebe Fehmarn“, eine Cuvée aus Weiß- und Grauburgunder, ist eine Hommage an die zweite Heimat der Familie Pfennig. Für mich ist ein Glas von diesem trockenen Weißwein am Eröffnungstag Pflicht. Besser als Melanie kann ich diesen Wein nicht beschreiben: „Kräftig, wuchtig & wunderbar – so wie das Meer und Fehmarn.“

Als Weinenthusiastin unterhalte ich mich oft mit Walter Beisiegel an seinem Stand, denn ich lerne dort immer etwas Neues über Wein. Er erklärt mir gern die Besonderheit des Mikroklimas der „Nahe“, seiner Weinregion: „Die Lage der Weinberge, die Topografie und Gewässernähe bestimmen Temperatur, Sonneneinstrahlung, Wind und Feuchtigkeit. Das wirkt sich direkt auf die Reife, den Säuregehalt und die Aromaentwicklung der Trauben aus.“ Er ist seit 2005 beim Burger Weinfest dabei und weiß inzwischen Bescheid, dass ich bei ihm gern ein Glas Riesling trinke.

Schleswig-Holstein, inzwischen ein anerkanntes Weinanbaugebiet, ist diesmal mit zwei Winzern auf unserem Weinfest vertreten.

Neue Rebsorten auf dem Weinfest

Weinkenner und Weingenießer haben gleichermaßen die Qual der Wahl! Schließlich kann man nicht alle Weine probieren, die an den vier Tagen an jedem einzelnen Stand angeboten werden. Ich persönlich freue mich schon sehr auf den trockenen Weißwein „Sauvitage“ vom Obst- und Weingut Ingenhof in Malkwitz, einem Dorf bei Malente, denn diese Rebsorte kenne ich bislang nicht. Außerdem produziert Ingenhof vegane Weine, indem auf tierische Klärmittel verzichtet und stattdessen pflanzliche Proteine oder Bretonit verwendet werden.

Das Weingut Mühlenhof des Winzers Seibert bietet ungewöhnliche Rebsorten an, die im Alltag wenig bekannt sind. „Rondo“ ist ein wunderbar samtiger, harmonischer und feinherber Rotwein mit Schwarzkirscharoma. Auf meiner Liste der Weine zum Kosten habe ich mir „Blind Date – Im Unterholz“ notiert. Allein der Name dieses trockenen Roséweins hat meine Neugier geweckt.

Nachhaltigere Produktionstechniken

Immer mehr Weingüter spezialisieren sich auf nachhaltige Produktionstechniken. Bei den Weingütern Mühlenhof und Ingenhof liegt der Fokus auf pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, sogenannte PIWI-Weine, die sich durch eine natürliche Resistenz gegen Pilzkrankheiten (z. B. Mehltau) auszeichnen.

Genuss ohne Limit

Das von Katharina Faust-Marchert geführte Weingut Faust setzt auf aromatische Rebsorten. Ich habe in den letzten Jahren alkoholfreie Sorten probiert und kann euch guten Gewissens sagen, dass es eine interessante Alternative für diejenigen ist, die keinen Alkohol trinken. Auf dem Weinfest bietet das Weingut Faust unter anderem auch einen alkoholfreien Secco und Roséwein an.

Rundum-Sorglos-Programm mit Speisen und musikalischer Unterhaltung

Neben der Vielfalt an Weinen gibt es selbstverständlich auch verschiedene Gastronomie-Stände, die die Besucherinnen und Besucher mit Speisen versorgen. Für mich gehören zu einem Glas Wein immer auch ein paar Käsespezialitäten. Wer es gerne ein bisschen französisch mag, der findet vor Ort auch einen Crêpes-Stand und verschiedene Flammkuchen. 

Für die gute Stimmung und für mich persönlich sind die abendlichen Live-Acts, die auf der Bühne für musikalische Unterhaltung sorgen, ein Highlight. Es kommt auch schon mal vor, dass bis spät in die Nacht vor der Bühne und auf den Bänken getanzt wird.

Bevor ich für diesen Blog recherchiert habe, wusste ich gar nicht, dass es bei deutschem Wein eine so große Auswahl gibt. Zum Glück geht das Weinfest über vier Tage – so bleibt genug Zeit, die Vielfalt der Weine zu kosten und die gemütliche, herzliche und besondere Stimmung zu genießen. Wir sehen uns spätestens zur Eröffnung des diesjährigen Weinfests am 24. Juli!

Cheers! 

Eure Debbie