Auf Entdeckungstour in der Inselhauptstadt

Fehmarn Freistil

Bei einem meiner vielen Spaziergänge ist mir aufgefallen, dass sich in diesem Jahr doch so einiges verändert hat in unserer schönen Inselhauptstadt Burg. Neue Geschäfte sind dazugekommen und andere sind innerhalb der Innenstadt umgezogen. Da dachte ich mir, es wird Zeit für eine kleine Entdeckungstour!

Los geht’s am Schwanenteich. Hier sehe ich gleich den ersten neuen Blickfang. Der Hamburger Graffiti-Künstler Michael Kiessling hat auf einen Stromkasten einen wunderschönen Schwan gezaubert, der sich perfekt in die Umgebung einpasst. Es ist auch eine tolle Herausforderung, genau den richtigen Standort für das Foto zu finden, damit es mit dem Hintergrund passt. 🙂

Graffiti-Kunst von Michael Kiessling am Schwanenteich in Burg auf Fehmarn

Graffiti-Kunst von Michael Kiessling am Schwanenteich in Burg auf Fehmarn

 

Weiter in der Bahnhofstraße in Richtung Innenstadt ist auch einiges passiert. Der Tourismus-Service Fehmarn hat hier im letzten Winter seine neue Tourist-Information eröffnet. Hier sind Gäste und Einheimische immer willkommen mit Fragen oder Anregungen. Ich komme hier regelmäßig vorbei und tausche mich mit den Mitarbeiterinnen aus. Man erfährt doch immer mal wieder etwas Neues über Fehmarn! Auch außerhalb der Öffnungszeiten bekommt man hier die wichtigsten Infos, und zwar in der Infozelle, einer alten Telefonzelle, die vor dem Gebäude steht.

Tourist-Information in der Bahnhofstraße 30 in Burg auf Fehmarn

Tourist-Information in der Bahnhofstraße 30 in Burg auf Fehmarn

 

Nur einige Meter weiter hat das italienische Restaurant Da Gianni nun auch eine schöne Außenterrasse erhalten, auf der es sich prima essen lässt. Auch der Chef kommt immer wieder mal auf einen Plausch vorbei.

Restaurant Da Gianni in Burg auf Fehmarn

Restaurant Da Gianni in Burg auf Fehmarn

 

Wer selber kochen möchte, findet beim neuen „Geschmackszauber“ von Senf über Salz bis zu vielen verschiedenen Dips und Ölen jede Menge Leckereien. Wo soll man hier bloß anfangen? Das sieht alles so lecker aus und duftet so herrlich. Da bekommt man gleich Lust, auch mal wieder den Kochlöffel zu schwingen. Hier sollte man einiges an Zeit mit hinbringen – es lohnt sich. Auch das eine oder andere Geschenk findet man hier prima für Feinschmecker oder Hobby-Köche.

Der Feinkostladen Geschmackszauber in Burg auf Fehmarn bietet viele hübsche Fotomotive.

Der Feinkostladen Geschmackszauber in Burg auf Fehmarn bietet viele hübsche Fotomotive.

Hier kann man auch viele leckere Dips probieren.

Hier kann man auch viele leckere Dips probieren.

 

Direkt gegenüber sehe ich „wollgemacht“. Hier hat Christa Höpner ihre Geschäftsidee und ihren Traum vom eigenen fehmarnschen Wollladen als Wohnwerkstatt verwirklicht. Gesponnen wird hier auch, denn sie spinnt ihre Wolle teilweise selbst, manchmal sogar von Fehmarn-Schafen! Da darf ich gerne und interessiert zuschauen – fast wie im Märchenfilm! Einmal in der Woche gibt es übrigens einen Treff zum gemeinsamen Handarbeiten und Klönschnacken auf ihrem gemütlichen Sofa in der Wohnwerkstatt. Und abends wird die Wolle auf dem Bestelltisch dann einfach gegen den Fernseher getauscht. Weitergestrickt wird dann aber natürlich trotzdem noch.

wollgemacht in Burg auf Fehmarn

wollgemacht in Burg auf Fehmarn

 

Am Markt angekommen, entdecke ich gleich den neuen Laden von „Freistil“, der Anfang des Jahres von der Ostertwiete hierher gezogen ist. Der neue Standort scheint gut anzukommen, hier ist immer was los. Bei der schönen Kleidung konnte ich auch nicht widerstehen und habe mir passend zur Jahreszeit einen schicken orangefarbenen Pulli gekauft. 🙂

Freistil in Burg auf Fehmarn

Freistil in Burg auf Fehmarn

 

Zeit für eine Stärkung zwischendurch! Am Marktplatz gibt es in dem neuen jugoslawischen Restaurant Milan liebevoll angerichtetes, leckeres Essen in schöner Umgebung. Aus dem ersten Stock kann man die Aussicht auf den Marktplatz genießen oder hinten gemütlich auf der Außenterrasse sitzen.

Restaurant Milan in Burg auf Fehmarn

Restaurant Milan in Burg auf Fehmarn

 

Weiter geht es nun entlang der Breiten Straße. Hier bietet neuerdings Biomaris Pflege- und Wellness-Artikel an, die mit Tiefsee-Meerwasser verarbeitet sind. Eine ganz interessante Angelegenheit, die sich Frau und Mann mal genauer ansehen sollten.

Biomaris in Burg auf Fehmarn

Biomaris in Burg auf Fehmarn

 

Links in der Ostertwiete hat Van One eröffnet. Ich habe mir sagen lassen, dass diese schöne, auf Fehmarn entworfene Kleidung inzwischen in über 70 Geschäften angeboten wird! Hier gibt es vor allem T-Shirts und Pullis mit Bulli- und Surf-Motiven – in allen Farben und Größen.

Van One in Burg auf Fehmarn

Van One in Burg auf Fehmarn

 

In der Osterstraße hat auch ein Geschäft neu eröffnet, da schaue ich noch kurz vorbei, auch wenn ich aus dem Alter eigentlich raus bin. 🙂 Bei Kiki Kids World gibt es nämlich Kleidung für die Jüngsten unter uns, von Neugeborenen bis hin zum etwa 17. Lebensjahr. Von Größe 50 bis 176 gibt es hier eine große Auswahl und auch mit Kinderwagen kommt man hier überall hin.

Kiki Kids World in Burg auf Fehmarn

Kiki Kids World in Burg auf Fehmarn

 

Zum Abschluss lasse ich mir mit meiner Frau Evi im neuen Café Traube die vielen Eindrücke des Tages noch einmal bei leckerem Kaffee und Kuchen durch den Kopf gehen. Das Café ist benannt nach den Weintrauben, die die urige Terrasse so besonders machen und an die leider nicht jeder herankommt, wie das Foto zeigt. 🙂 Innen ist es im skandinavischen Stil eingerichtet. Dort lässt es sich auch wunderbar sitzen und schlemmen. Das hat uns gut gefallen, wir kommen bestimmt wieder!

Evis Arme sind leider zu kurz für die Trauben auf der Terrasse

Evis Arme sind leider zu kurz für die Trauben auf der Terrasse

 

Ich bin wirklich gespannt, wie sich die Geschäfte-Landschaft auf unserem Eiland weiterentwickelt und was es im nächsten Jahr alles Neues zu entdecken gibt! Euch nun viel Freude beim Schauen, Staunen, Kaufen und Schlemmen! 🙂

Wir spazieren dann mal weiter!

Wir spazieren dann mal weiter!

Von Schiffbrüchigen, Seenotrettern und der Alten Liebe

SeenotRettungsMuseum Fehmarn

Wusstet ihr, dass es auf Fehmarn ein eigenes Museum über die deutschen Seenotretter gibt? Sogar mit einem alten Seenotrettungskreuzer, den man besichtigen kann? Das wollte ich mir für euch nun mal genauer anschauen und bin nach Burgstaaken zum SeenotRettungsMuseum gefahren.

Schon bei der Einfahrt zum Hafen sieht man sie, die Arwed Emminghaus. Auf einer Stahlkonstruktion liegt das ehemalige Schiff der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, der DGzRS. Und direkt nebenan, das SeenotRettungsMuseum.

Im Museum erfahre ich viel über die Geschichte der Seenotrettung in Deutschland und auf Fehmarn. Es gibt spannende Filme und jede Menge Ausstellungsstücke, manche bis zu 150 Jahre alt. Könnt ihr euch vorstellen, wie es damals gewesen sein muss, vor 150 Jahren auf rauer See Menschen in Seenot zu helfen, ohne die ganze moderne Technik? Es ist wirklich beeindruckend, dass so viele ehrenamtliche Menschen ihr eigenes Leben riskiert haben, um anderen zu helfen. Und es ist natürlich auch immer noch so!

Wer sich heutzutage fragt, „Brauchen wir sowas noch?“, der wird eines Besseren belehrt. Über 2000 Einsätze pro Jahr mit rund 500 Geretteten sprechen eine andere Sprache. Heute sind es die Segler, die Freizeit-Angler mit Mini-Schlauchbooten im Fahrwasser des Fehmarnbelt, aber auch Kiter und Surfer. Die Seenotretter retten viele Leben, oft unter Einsatz des eigenen Lebens. Zur Zeit sind es fast 1000 Menschen, die helfen, davon rund 800 freiwillige, ehrenamtliche Seenotretter – und das alles finanziert über Spenden, ohne jegliche Steuergelder.

Aber nun zurück zum Museum!
Der Transport des Seenotrettungskreuzers John T. Essberger in ein Museum nach Speyer brachte die Brüder Lars und Björn Carstensen und ihren Freund Oliver Lau auf die Frage, wieso es sowas hier bei uns am Meer nicht gibt. „Das müssten wir doch auch auf Fehmarn haben!“ Irgendwann kam dann der Anruf von der DGzRS, dass die alte Arwed Emminghaus zum Verkauf steht. Für die drei begeisterten Wassersportler war sofort klar, dass dies die einmalige Chance ist, auf die sie so lange gewartet hatten! Sie machten Nägel mit Köpfen und ersteigerten das Schiff.

Und nach wem ist der Kreuzer benannt? Wer war Arwed Emminghaus? Auch das erfährt man natürlich im SeenotRettungsMuseum. So viel kann ich aber verraten: Dr. Arwed Emminghaus hat eine sehr große Rolle bei der Gründung der DGzRS gespielt. Nach der Außerdienststellung ist der Seenotrettungskreuzer noch einige Jahre für die isländische Seenotrettungsgesellschaft gefahren. Die drei neuen Besitzer kümmerten sich in liebevoller Kleinstarbeit um die Rückverwandlung der 26,60 m langen Arwed Emminghaus in ihren Originalzustand als deutschen Seenotrettungskreuzer mit dem Tochterboot, der Alten Liebe.
Ich erinnere mich noch an das Einlaufen des Kreuzers mit seinen ganzen Begleitschiffen im Oktober 2014. Die allerletzte Fahrt der Arwed Emminghaus! Ich hatte das Glück, das damals miterleben zu können.

Wenn ihr nun also ins Museum geht, macht die Schränke auf. Dort wird es nämlich richtig spannend, zum Beispiel bei der oben links hängenden Schiffsglocke. Die Geschichte dazu – wie viele andere Geschichten der Seenotretter – werden euch die Mitarbeiter des Museums gerne erzählen! Und dann geht’s nach draußen, ab aufs Schiff. Was einen da wohl erwartet? Mehr verrate ich euch hier aber nicht, das müsst ihr nun selbst herausfinden…! 🙂

Das SeenotRettungsMuseum hat noch bis Ende Oktober geöffnet und dann wieder in den Weihnachtsferien. Der Besuch lohnt sich, also unbedingt vorbeischauen!

Ich bedanke mich beim SeenotRettungsMuseum für die Zusammenarbeit für diesen Blogbeitrag.

Strandaufspülung – Neuer Sand zum Schutz der Küste

Strandaufspülung am Südstrand

Was passiert da gerade am Südstrand in Burgtiefe? Neuer Sand wird mit Schiffen und langen Rohrleitungen aufgespült und mit schwerem Gerät verteilt. Aber warum eigentlich? Und wie wird das gemacht? Nachdem mich viele Fragen dazu erreicht haben, habe ich mal nachgefragt.

Fast ein Jahr ist es nun schon her, als das Sturmtief Axel Anfang Januar 2017 über Fehmarn hinweg zog. Nicht nur der Sturm, sondern auch die dadurch ausgelöste Sturmflut mit extrem hohem Wasserstand, haben dafür gesorgt, dass an den Stränden Fehmarns und vor allem am Südstrand sehr viel Sand abgetragen wurde.

Dies hat auch große Auswirkungen auf den Küstenschutz. Denn durch den deutlich flacher gewordenen Strand könnten die Dünen bei dem nächsten Sturm angegriffen werden. Deshalb wird die Strandaufspülung auch vom Land Schleswig-Holstein aus dem Sonderfonds für Sturmflutschäden gefördert. Rund 26.000 Kubikmeter Sand werden am Südstrand aufgespült. Dies sei „nur ein Hauch von Sand“, verglichen mit den Mengen an Sand, die jährlich an einigen Orten der Nordsee aufgespült werden, wie mir das zuständige Ingenieurbüro erzählte. Der Strand wird hinterher etwa 40-50 cm höher liegen. Auf Fehmarn ist dies übrigens die erste Strandaufspülung seit 1980!

Aber wie funktioniert das eigentlich? Wer in den letzten Tagen mal am Südstrand war, hat sicherlich schon die vielen Baumaschinen, langen Rohre, großen Sandberge und die Schiffe am Horizont gesehen. Tatsächlich kommt der Sand aber von der anderen Seite der Insel. Vor Rødby wird mithilfe eines sogenannten Hopperbaggers, eines Saugbaggerschiffs, Sand vom Meeresboden entnommen und anschließend im Schiffsrumpf in Richtung Südstrand transportiert. Über eine 1,5 km lange Rohrleitung, die Dükerleitung, wird der Sand dann zusammen mit Wasser zum Strand gepumpt. Dort wurde ein kleiner Wall errichtet, damit der Sand nicht direkt wieder ins Meer zurückfließt, sondern sich absetzen kann. Um das geplante Strandprofil zu erhalten, schieben Planierraupen den Sand dann GPS-gesteuert an Ort und Stelle. Damit beim nächsten Sturm nicht gleich wieder der ganze Sand weggespült wird, werden noch einige Sanddepots aufgehäuft, die dann erst später verteilt werden. So können wir uns auf eine schöne Badesaison 2018 freuen!

Falls ihr es euch vor Ort einmal anschauen möchtet, beachtet bitte die Hinweisschilder und Betretungsverbote. Denn durch das frisch aufgespülte, weiche Wasser-Sand-Gemisch kann Lebensgefahr bestehen.

Der Ostseestöpsel

Der Ostseestöpsel

Wer in Westermarkelsdorf den Strand aufsucht, sieht den markanten, ja… was ist das eigentlich für ein Teil? Spundwände, im Kreis angeordnet mit einem Betonkranz oben rum, außerdem total schief.

Wenn Kinder danach fragen, wird gerne erzählt, dass die Ostsee leer läuft, wenn man den Stöpsel herauszieht. So wie man es aus der Badewanne kennt. Eine schöne Geschichte! Aber was steckt eigentlich wirklich hinter dem „Ostseestöpsel“? Ich wurde schon oft danach gefragt und habe einmal nachgeforscht, mich umgehört und war im Stadtarchiv von Fehmarn.

Früher ist es immer mal wieder  vorgekommen, dass Schiffe vor Westermarkelsdorf den falschen Kurs genommen haben und gestrandet sind. Sie hatten den Leuchtturm bei Nebel und Schnee wohl fälschlicherweise für das Feuerschiff Fehmarnbelt gehalten, das aber ein ganzes Stück weiter nördlich vor Anker lag, um den Weg zu weisen. Am zweiten Weihnachtstag 1923 fuhr zum Beispiel um 22:30 Uhr hinter Westermarkelsdorf ein Kohlendampfer auf Strand. Im Jahre 1935 wurde endlich etwas unternommen und vor dem Strand ein Pegel errichtet, der zwei Funktionen hatte. Er sollte erstens aufgrund der vielen Sturmfluten die Wasserstände messen und zweites bekam er oben drauf eine Leuchte, die bei Nacht und Nebel brannte. Die Stromzufuhr bekam man damals vom Leuchtturm. Allerdings stand der Pegel nur 7 Jahre so kerzengerade, wie er erbaut wurde. Im Packeis 1942 neigte er sich zunächst zur linken Seite und am Ende des Eiswinters bekam er die Schräglage, die er noch heute hat. Vor Staberhuk gab es übrigens auch mal genauso einen Pegel!

Hoffentlich bleibt uns der „Ostseestöpsel“ von Westermarkelsdorf noch lange erhalten. Nicht dass ihn noch jemand entfernt und die Ostsee leer läuft! 😉

Lebensgefühl Camping

Campingplatz auf Fehmarn

Vor einigen Wochen erreichte mich eine E-Mail: „Kannst Du bitte mit der Anja einen Fotokurs machen, während wir auf Fehmarn auf einem Campingplatz sind?“. Ihre Freunde wollten ihr einen Fotokurs schenken und sie im gemeinsamen Urlaub damit überraschen.

So lernte ich also Anja, Michael und ihre kleine Tochter kennen, die zusammen mit ihren Freunden angereist waren. Und ich lernte eine für mich völlig neue Welt kennen: das Camping.

Camping ist offensichtlich viel mehr als nur eine Art der Urlaubsunterkunft. Schon direkt hinter der Rezeption des Campingplatzes fällt mir eine gewisse Ruhe auf. Im Gespräch erfahre ich, dass die Kinder hier völlig entspannt umherlaufen können und dürfen. Sie gehen auch nicht so schnell auf dem Platz verloren, weil die umliegenden Camper mit auf sie aufpassen. Das ist hier so. Und  alle sind den ganzen Tag draußen an der frischen Luft. Das Zeitgefühl geht hier weitestgehend verloren. Der Camper ist mitten in der Natur und entschleunigt sich in seinem Fehmarn-Urlaub ganz von alleine.

Mir hat diese Art des Urlaubs sehr gut gefallen. Und es wirft mir die Frage auf, wie ich etwas von diesem Lebensgefühl mit in mein reales Leben nehmen kann. Vielleicht mit einem entspannten Tag im Liegestuhl im Garten?

Ich wünsche euch einen schönen Aufenthalt auf meiner Lieblingsinsel!

Übrigens: 17 Campingplätze haben sich zusammengeschlossen zum Camping Paradies Fehmarn! Auf der Internetseite vom Camping Paradies Fehmarn gibt es eine Übersichtskarte und ausführliche Beschreibungen der einzelnen Campingplätze.

Buchtipp: Lieblingsplätze auf Fehmarn

Heike Meckelmann: Lieblingsplätze auf Fehmarn

Gelegentlich begegnen wir uns irgendwo auf der Insel. Sowohl Heike Meckelmann als auch ich haben dann die Kamera in der Hand. Es gibt ja immer wieder etwas neu zu entdecken. Sie hat daraus ein Buch mit ihren Lieblingsplätzen gemacht.

Verteilt über die ganze Insel sind sie, angefangen mit dem „Kleiderbügel“, nach dessen Überquerung für viele die Entschleunigung beginnt. Weiter geht es dann nach Burg, mit dem Schmetterlingspark, „wo 1.000 Flügel schlagen“. Man kann sich kaum vorstellen, wie viele verschiedene Arten, Formen und Größen es dort von Schmetterlingen gibt. Dieses Buch mit 88 Lieblingsplätzen ist nicht nur für Touristen interessant. Auch mancher Insulaner wird noch das eine oder andere Neue entdecken. Hier wurde vieles zusammengetragen, was man sich sonst mühsam selbst zusammensuchen müsste.

Wer wie ich auch gerne ruhige Lieblingsplätze sucht, sollte die gesamte Insel im Blick haben und sich auf den Weg machen, um z.B. den Galgenberg in Petersdorf zu besuchen. Das ist ein mystischer Ort für jeden, der sich darauf einlassen mag. Besonders schön finde ich es auch abends im Hafen von Orth, wenn in der Ferne das Licht des Flügger Leuchtturms zu sehen ist.

Wo ich nach dem Lesen unbedingt mal wieder mit dem Fahrrad hinfahren möchte, ist das Gut Staberhof. Es ist bemerkenswert, wann man um die Kurve fährt und plötzlich tut sich der riesige, berühmte Giebel der Scheune vor einem auf.

Erhältlich ist das Buch von Heike Meckelmann in den Buchhandlungen und natürlich auch beim Tourismus-Service Fehmarn für 15,99 €. Viel Spaß beim Stöbern!

Weitsicht am Markelsdorfer Huk

Seit kurzem gibt es eine Aussichtsplattform im Nordwesten der Insel. Von dort hat man eine herrliche Aussicht auf das neue Naturschutzgebiet Nördliche Seeniederung Fehmarn, welches vom Verein Haff und Huk betreut wird. Als Spaziergänger auf solch plattem Land hat man ja häufiger den Wunsch, ein paar Meter höher zu stehen – hier wurde er erfüllt. Zu erreichen ist die Plattform über Altenteil (vor dem Deich ist ein Parkplatz) und über den Campingplatz Fehmarnbelt oder man parkt am Westermarkelsdorfer Leuchtturm und läuft durch die Botanik (Gummistiefel nicht vergessen! 🙂 ).

Wenn das Wetter mitspielt, kann man hier sehr schöne Fotos schießen. Zur Naturbeobachtung ist ein Fernglas unerlässlich, da die hier vorkommenden Tiere besonders scheu sind. Ein Teil der Fotos zeigt die Einweihung der Plattform am vorletzten Tag des Jahres 2016.

Fehmarnsche Weihnachtsbäckerei

Die Verkehrsvereine der Insel führen über das Kalenderjahr viele Veranstaltungen auf Fehmarn durch. Oft werde ich dazu eingeladen, diese Arbeit zu begleiten, die eine oder andere Fotoserie zu erstellen, auch um einfach ein wenig Werbung für die Insel zu machen. Hier ist sehr viel ehrenamtliches Engagement am Werk, das zu würdigen ist.

Durch die Zusammenarbeit mit Doris Weiland, die bis zum Frühjahr Vorsitzende des Verkehrsvereins Landkirchen war, bin ich auf die Plätzchen-Bäckerei vor Weihnachten gestoßen. Und man bekommt dann tatsächlich auch das eine oder andere Rezept verraten, damit es der Nachwelt erhalten bleiben kann. Hier sind zwei davon, Danke an Doris und viel Erfolg bei der Weihnachts-Bäckerei!

Fehmarnsand

500 g Mehl
200-250 g Zucker
Mark einer ausgekratzten Vanillestange
250 g Butter (evtl. mehr)
16 g Hirschhornsalz (1 Tüte)

1. Alle Zutaten zu einem Teig verkneten.

2. Aus dem Teig nun kleine „Sandburgen“ formen. Der Teig ist sehr sandig/krümelig und muss daher fest zusammen- und etwas runtergedrückt werden. Das geht gut, sonst mehr Butter hinzu tun.

3. Bei 170 °C ca. 15 Minuten backen.


Butterfische/Ausrollteig für Keksstempel

250 g Mehl (auch gerne mit einem Viertelanteil  Vollkornmehl)
125 g Butter
2 Eigelb
100 g Zucker
als Geschmacksgeber Zitronen- oder Orangenschale, Vanille, 1 EL Rum und Zimt

1. Alle Zutaten zügig zu einem Teig verkneten. Eine Stunde kaltstellen.

2. Den Teig ca. 3-5 mm dick ausrollen und Formen (z.B. Fische) ausstechen.

3. Bei 180 °C ca. 10 Minuten backen.

4. Wer möchte, kann die Plätzchen nach dem Abkühlen mit (Zitronen-)Zuckerguss bestreichen und mit Streukügelchen o.ä. verzieren.

Tipp: Dieser Keks schmeckt auch lecker mit einer Schokocreme oder fester Marmelade dazwischen oder fester Marmelade!

Übrigens: Den Keksstempel mit der Fehmarnsundbrücke gibt es für 5,95€ in den beiden Touristinformationen vor Ort oder man bestellt ihn per E-Mail an info@fehmarn.de oder unter Tel. 04371/506300.

Ernst Ludwig Kirchner im Doppelpack

Leuchtturm Staberhuk

Jemand erzählte mir, es gäbe neue Drucke der Bilder von Ernst Ludwig Kirchner in der E. L. Kirchner Dokumentation über der Stadtbücherei. Das hat mich dann direkt interessiert. Immer wieder mal ist die eine oder andere Information über sein Leben und Wirken zu hören. Insgesamt verbrachte Kirchner zwischen 1908 und 1914 vier Sommer auf Fehmarn, wo er sein „irdisches Paradies“ fand, wie er sagte. Die Neugestaltung der Ausstellung machte mich neugierig darauf, Kirchners Wirken auf Fehmarn neu zu entdecken.

Regelmäßig gibt es auf der Insel die Möglichkeit, einen Vortrag zu Kirchner in der Ausstellung zu hören. Diese Gelegenheit habe ich gerne wahrgenommen. Ob ein Teil der alten Bilder sehr verblasst waren oder es heute eine andere Drucktechnik gibt, weiß ich nicht. Jedenfalls haben mich die neuen Drucke schon begeistert, kräftige und leuchtende Farben, schön anzuschauen.

Frau Schneider vom E. L. Kirchner-Verein erzählte sehr interessant und detailreich von Kirchners Biographie und seinem Wirken auf Fehmarn. Es ist interessant, weil hier auch zu hören ist, wie das Leben früher auf der Insel zuging.

Nach dem Vortrag schaute ich mir zwei Aufsteller mit vielen Nachdrucken an. Hier ist zu sehen, dass Kirchner viele Bilder von beiden Seiten bemalt hat. Das wirft dann auch die Frage auf, wie viele unbekannte Bilder gibt es eigentlich noch von diesem Maler? Denn es kann ja nicht jedes Bild einfach aus dem Rahmen genommen werden, um zu sehen, ob eventuell auch die Rückseite bemalt wurde. Faszinierende Vorstellung, Kirchner im Doppelpack!

www.kirchnervereinfehmarn.de
Auf den Spuren Ernst Ludwig Kirchners

Fahrrad à la Karte

Oder: Folge dem grünen Schaf!

Seit einigen Wochen gibt es ja nun das neue Fahrrad-Kartenset für Fehmarn, das wollte ich gerne mal ausprobieren. Zum Glück ist in meinem Nachbarort Lemkenhafen der Knotenpunkt von vier der Rad-Touren, so können meine Frau und ich nach fast 3 Kilometern Anfahrt aus Petersdorf mitten in die Tour einsteigen. Wir entscheiden uns für die „Grüner Brink“-Tour, die mit einem grünen Schaf gekennzeichnet ist.

Nach kurzer Fahrt kann ich praktischerweise auf dem Feldsofa hinter Lemkendorf in Ruhe die Karte studieren, man muss da schon ganz genau hinsehen. Das ist spannend, sich auskennen ist ja die eine Seite, aber nur nach Karte fahren eine völlig andere. Hinter Dänschendorf fahren wir später über einen Feldweg, den ich überhaupt noch nicht kannte. Über Altenteil, wo wir der riesigen Ernte-Maschine zusehen, geht es Richtung Strand und auf die Düne.

Die Fahrt im Norden zum Grünen Brink ist sehr schön, immer wieder von wechselhaftem Wetter und Wolken begleitet, immer wieder ein anderer Anblick. Vorbei am Niobe-Denkmal, welches in Kürze renoviert werden soll, vorbei am Badestrand Grüner Brink in Richtung Fähranleger.

Dort biegen wir ab, durch das Dorf Puttgarden und weiter nach Johannisberg über Todendorf, Hinrichsdorf und Bisdorf weiter. Hier ist eine sehr schöne Strecke bis Lemkendorf, die alte Straße wird sehr wenig befahren. Man ist mitten in der Natur, alles andere ist weit weg. Fazit nach 6 Stunden 45 Minuten: die nächste Tour wird in ein paar Tagen stattfinden. (Die Fahrzeit beinhaltet einige Stops zum Schauen und Fotografieren, aber auch zum Mittagessen auf der Strecke ;-))